Familienberatung Christiane Yavuz Mannheim

Weiterbildung und Workshops für pädagogische Fachkräfte

Gleichwürdige Beziehungen in Kitas stärken

Druck und Belastungen an Kitas sind – nicht erst seit Corona – vor allem für die Erzieherinnen und Erzieher im pädagogischen Alltag besonders hoch. Meine Workshops und Seminare bieten den Fachkräften gezielt Raum für eine intensive Reflexion der eigenen pädagogischen Praxis. Grundlage sind dabei die Erfahrungen und der Arbeit von Jesper Juul (familylab.de) sowie die mediative Kommunikation. Welche Haltung gibt uns Orientierung im Alltag? Wo gehen Anspruch und Wirklichkeit in der Praxis auseinander? Wie können gleichwürdige Beziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern gestärkt werden, die den Kindern, den Erzieherinnen und Erziehern sowie Eltern guttun?

Für pädagogische Fachkräfte

Weiterbildungen, Seminare, Workshops


  • Zeitlicher Rahmen je nach Interesse und Bedarf: halber Tag, ganzer Tag, mehrtägig
  • Gruppengröße: min. 4, max. 20 Personen
  • Individuelle Absprachen zu Setting, Gruppengröße und Ablauf möglich. Sprechen Sie mich an!
Tageshonorar
900 €*

*Preise zzgl. 19 % MwSt. und Anfahrt

Aktuelle Seminare

für KITA-Fachkräfte und -Leitungen

Als Fachkraft weißt du: Im Kita-Alltag lauern überall Konflikte, ob du willst oder nicht. Streit zwischen den Kindern, Meinungsverschiedenheiten im Team, Differenzen mit der Leitung, Auseinandersetzungen mit den Eltern – und nicht zuletzt Konflikte in dir drin, wenn deine inneren Stimmen mal wieder um die Wette brüllen.

Was wäre, wenn all diese Konflikte gar nicht so schlimm sind, wie ihr Ruf?

In diesem Konflikttraining geht’s ans Eingemachte, nämlich die Frage, mit welcher inneren Haltung wir Konflikten begegnen. Wir nehmen uns die Zutaten vor, die es braucht, um eine gestärkte, souveräne Konflikthaltung zu entwickeln. Mit hilfreichen Perspektiven und Tools aus Mediation und Konfliktbegleitung trainieren die Teilnehmenden die eigenen Konfliktmuskeln. Wir üben, Konflikte nicht als nervige Bedrohung zu erleben, sondern als Einladung. Denn Konflikte – ob zwischen den Kindern, im Team oder darüber hinaus – haben immer eine Funktion, und sie rauben uns nur den letzten Nerv, wenn wir es zulassen.

Inhalte des Seminars

· Konflikte? Keine Panik! Mit etwas Grundlagenwissen nehmen wir Konflikten ihren Schrecken

· Welcher Konflikt-Typ bin ich? Mit einem Selbsttest erkennst du deine Konfliktkompetenzen

· Welche Haltung trägt mich durch den Kita-Alltag? Nimm 3 praktische Tools mit, damit du Konflikten gestärkt und stimmig begegnen kannst.

Wo Aggression im Kita-Alltag auftaucht, will etwas gesehen werden.
Aber was? Und vor allem: Wie gehe ich professionell damit um?
Dieses Seminar verbindet Haltungsarbeit mit praktischer Handlungssicherheit.

Du reflektierst typische Aggressions-Situationen im Kita-Alltag, deine eigenen inneren Reaktionen auf aggressive Situationen und die entwicklungspsychologischen Funktionen von Aggressionen. Gemeinsam erarbeiten wir konkrete Strategien für die Selbstregulation als Fachkraft, co-regulierendes Begleiten von Kindern sowie klare, sichere Grenzsetzung im Alltag. Für mehr Gelassenheit, Verbindung und Professionalität – auch in schwierigen Momenten.

Inhalte des Seminars

· Was steckt hinter hauen, beißen, schreien? Entwicklungspsychologische Einordnung: Aggression als Motor für Selbstbehauptung, Grenzsetzung und Autonomie begreifen – und unterscheiden lernen zwischen gesunder Kraft und destruktiver Eskalation.

· Eigene Trigger verstehen & reguliert bleiben: Reflexion der persönlichen Haltung zu Wut und Aggression, biografische Prägungen, typische Stressreaktionen – und konkrete Strategien zur Selbstregulation im Eskalationsmoment.

· Deeskalieren, klar begrenzen, Beziehung halten: Praktische Handlungsstrategien für akute Situationen: co-regulierend begleiten, sichere Grenzen setzen, Vorfälle konstruktiv nachbereiten.

Unpünktliche Eltern beim Abholen. Ein Kind mit Entwicklungsauffälligkeiten. Die Kollegin, die Absprachen wiederholt nicht einhält. Grenzüberschreitendes Verhalten im Team. Keine Unterstützung durch die Leitung. Hygienefragen, die heikel sind. Ein Vater, der im Tür-und-Angel-Gespräch laut wird. Schwierige Themen gibt es in Kitas täglich – aber wie gelingt es, sie professionell, klar und beziehungsorientiert anzusprechen? Dieses Seminar verbindet Haltungsarbeit mit praktischer Gesprächssicherheit.

Inhalte des Seminars

· Was gesagt werden muss – und wie? Schwierige Themen im Kita-Alltag (z. B. Entwicklungsauffälligkeiten, Grenzverletzungen, Teamkonflikte, Elternverhalten) strukturiert einordnen: Unterschied zwischen Beobachtung, Bewertung und Vorwurf – Klarheit ohne Beschämung.

· Hemmungen verstehen & innerlich stabil bleiben: Reflexion typischer Stress- und Vermeidungsmuster – und konkrete Strategien zur inneren Vorbereitung und Selbstregulation vor und während schwieriger Gespräche.

· Klar ansprechen, Beziehung halten: Praktische Gesprächsstrategien für Eltern-, Team- und Leitungsgespräche: strukturierte Vorbereitung, wertschätzende Formulierungen, Umgang mit Abwehr sowie konstruktive Nachbereitung im Alltag.

Als Kita-Leitung bist du gleichzeitig Ansprechpartnerin für alle: Träger, Eltern, Team, Behörden. Du vermittelst, organisierst, hältst Fäden zusammen – und sollst dabei klar und souverän auftreten. Auch wenn es kracht, auch wenn du eigentlich selbst gerade auf dem Zahnfleisch gehst.

In diesem Seminar geht es nicht um Rhetorik-Tricks oder Führungsformeln. Es geht um die Frage, was Souveränität eigentlich bedeutet – und wie sie dich als Leitung im Alltag stärkt. Du reflektierst deine eigene Haltung in herausfordernden Situationen, erkennst, wo du dich kleiner machst als du bist, und entwickelst eine klare innere Positionierung: als Leiter:in, als Gesprächspartner:in, als Mensch.

Inhalte des Seminars

· Was heißt eigentlich souverän? Wir füllen den Begriff mit Leben und klären, was Souveränität im Kita-Leitungsalltag wirklich bedeutet – jenseits von Lautstärke oder dem Druck, immer eine Antwort parat zu haben.

· Wann verliere ich meinen inneren Faden? Du reflektierst deine typischen Stressmuster in der Leitungsrolle und entwickelst eine klarere innere Positionierung als Basis für souveränes Handeln.

· Wie bleibe ich klar – auch wenn's unbequem wird? Du nimmst konkrete Konflikt-Tools mit für schwierige Gespräche mit Eltern, Team und Träger.

Termin: Donnerstag, 12. November 2026 von 14:00 – 17:30 Uhr
Seminargebühr: 45,00 €
Anmeldeschluss: 12. Oktober 2026
Format: Online-Seminar via Zoom

Seminar in Kooperation mit:
akademie21
Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft e. V.

Die akademie21 ist ein landesweites Angebot für pädagogisches Fachpersonal, Fachberatungen, Träger, Unternehmen und Familien. Mit ihrem bedarfsgerechten Portfolio trägt sie zur Bindung von Fachkräften, sowie zur Attraktivitätssteigerung pädagogischer Berufe und der Weiterentwicklung von Kitas bei. 

-> Buchung und Anmeldung (hier klicken)

 




Weitere mögliche Inhalte

Schwerpunkte können nach Bedarf gesetzt werden, die teilnehmenden Fachkräfte wirken wesentlich an der Auswahl mit. Folgende Themen können Teil einer Weiterbildung / eines Workshops sein: 

  • · Kommunikation als Schlüssel: Die Macht der Sprache

    · Konflikte als Entwicklungschance

    · Die Relevanz biografischer Selbstreflexion

    · Adultismus, Machtsensibilität, Führungsverantwortung

    · Eigenverantwortung – und soziale Verantwortung

    · Beziehung statt Erziehung – Vom Gehorsam zur Verantwortung

Warum mir die Arbeit mit pädagogischen Fachkräften ein Herzensanliegen ist?

Kinder, Eltern und Fachkräfte stärken

Kinder UND Erzieherinnen und Erzieher verbringen viel gemeinsame prägende Zeit in Kitas. Ich bin überzeugt davon, dass die Beziehungsqualität an Kitas ein wesentlicher Baustein dafür ist, Kinder emotional zu stärken und zusätzlich zur Arbeitszufriedenheit der Erzieherinnen und Erzieher beiträgt.

Grundlage dieser familylab-Weiterbildung bieten die Erfahrungen und die Arbeit von Jesper Juul.

Begriffeklärung (aus "familylab Positionen", Mathias Voelchert, Leiter familylab Deutschland)

Gleichwürdigkeit

  • Gleichwürdigkeit bedeutet weder Ebenbürtigkeit noch Gleichheit. Ebenbürtigkeit bedeutet ursprünglich »von gleicher Geburt«, wird heute jedoch etwa im Sinne von »gleich stark« verwendet. Gleichheit hingegen ist auch ein politischer Begriff, der in Formulierungen wie »Gleichheit vor dem Gesetz« oder »Gleichstellung« (der Geschlechter) zum Ausdruck kommt. Gleichwürdigkeit bedeutet nach meinem Verständnis sowohl »vom gleichen Wert« (als Mensch) als auch »mit demselben Respekt gegenüber der persönlichen Würde und Integrität des Partners«.

Integrität

Verantwortung

  • Integrität bedeutet in der Familie, Eltern sollten ihre eigenen Grenzen äußern, statt Grenzen für ihre Kinder zu finden. – »Historisch betrachtet ist es noch gar nicht lange her, seit wir damit begonnen haben, die individuellen Bedürfnisse des Menschen, seine Grenzen und Werte ernst zu nehmen. Dem Leben und Überleben der Gruppe ist stets eine größere Bedeutung beigemessen worden. Wir sprechen hier von einer langen historischen Zeitspanne, in der die Integrität des Kindes – das heißt, seine physischen wie psychischen Grenzen und Bedürfnisse – systematisch gekränkt wurden, und zwar als Bestandteil einer Erziehung, die ein solches Verhalten als richtig und notwendig ansah.«
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  • Authentizität

  • Wir müssen aufhören Rollen zu spielen, z.B. die Rolle des Vaters oder der Mutter, es reicht, wenn wir so sind, wie wir sind, damit haben wir schon genug zu tun. – »Die Forderung nach Authentizität in den familiären Beziehungen bedeutet einen qualitativen Quantensprung, der vielen Eltern in den letzten zwanzig Jahren vor nahezu unlösbare Probleme stellte, wuchsen sie doch selbst in Familien auf, in denen alles andere als Authentizität gefragt war. – Erst wenn beide oder alle Familienmitglieder sich so authentisch wie möglich zu einem Problem oder Konflikt – das heißt, zu der Art und Weise, in der sie selbst betroffen sind – geäußert haben, besteht die Möglichkeit, eine tragfähige Lösung zu finden, die nicht eine neue Vorschrift oder Sanktion darstellt.«
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      • Verantwortung kann man nicht lernen, die bekommt man übertragen. »Erst wenn es uns gelingt, für uns selbst die Verantwortung zu übernehmen, sind wir auch in der Lage, aktiv die Mitverantwortung für andere Menschen und die Gemeinschaft, die wir mit ihnen bilden, zu tragen.«



“Kinder machen nicht das, was wir sagen, sondern das, was wir tun.”

Jesper Juul